Andreas Mungo

Architekt & zertifizierter Immobilienberater

Kosten & Steuern:
Realistisch kalkulieren

Wer eine Immobilie in Italien kauft, sollte sich bewusst sein, dass der ausgewiesene Kaufpreis nur einen Teil der Gesamtausgaben darstellt. Um böse Überraschungen zu vermeiden, ist eine realistische Kalkulation der Kaufnebenkosten unerlässlich. In Italien liegen diese Kosten in der Regel zwischen 10 % und 15 % des Kaufpreises und setzen sich aus Steuern, Provisionen und weiteren Gebühren zusammen.​

Steuern beim Immobilienkauf: Das Herzstück der Nebenkosten

Die Höhe der Steuern hängt maßgeblich davon ab, ob Sie die Immobilie als Erst- oder Zweitwohnsitz nutzen und ob Sie von einer Privatperson oder einem Bauträger kaufen.​

  • Kauf von einer Privatperson:

    • Wenn die Immobilie Ihr Erstwohnsitz wird, zahlen Sie eine reduzierte Imposta di Registro (Registersteuer) von nur 2 %.

    • Als Zweitwohnsitz zahlen Sie eine deutlich höhere Rate von 9 %.

    • In beiden Fällen wird die Steuer nicht auf den Kaufpreis, sondern auf den valore catastale (Katasterwert) berechnet. Dieser Wert liegt meist weit unter dem tatsächlichen Marktwert, was für den Käufer einen erheblichen Steuervorteil bedeutet.

  • Kauf von einem Bauträger oder einer Firma:

    • Hier zahlen Sie keine Registersteuer, sondern die IVA (Mehrwertsteuer), die auf den Kaufpreis berechnet wird.

    • Als Erstwohnsitz beträgt die Mehrwertsteuer 4 %.

    • Für einen Zweitwohnsitz sind es 10 %.

    • Bei Luxusimmobilien kann die Mehrwertsteuer sogar 22 % betragen.

Zusätzlich zu diesen Hauptsteuern fallen feste Gebühren für die Imposta Ipotecaria (Hypothekensteuer) und Imposta Catastale (Katastersteuer) an, die bei privaten Verkäufen jeweils 50 € betragen. Bei Käufen von einem Bauträger liegen sie jeweils bei 200 €.

Maklerprovision: Eine branchenübliche Ausgabe

In Italien ist es gängige Praxis, dass die Provision sowohl vom Käufer als auch vom Verkäufer getragen wird. Die standardmäßige Provision beträgt 3 % des Kaufpreises zuzüglich der Mehrwertsteuer. Bei hochpreisigen Objekten gibt es oft Verhandlungsspielraum, da sich die Provision dann bereits auf einen hohen Betrag summiert.​

Laufende Kosten nach dem Kauf: Die langfristige Kalkulation

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Kaufs fallen regelmäßige Ausgaben an, die Sie in Ihre langfristige Budgetplanung einbeziehen müssen.​

  • IMU (Imposta Municipale Unica): Dies ist die jährliche Gemeindesteuer, die für Zweitwohnsitze und Luxusimmobilien fällig wird. Die Höhe hängt vom Katasterwert der Immobilie und dem von der Gemeinde festgelegten Satz ab.

  • TARI (Tassa sui Rifiuti): Die TARI ist die jährliche Müllgebühr, die jede Gemeinde erhebt.

  • Condominio: Wenn Sie eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus kaufen, fallen monatliche oder vierteljährliche Hausgeldzahlungen für die Instandhaltung von Gemeinschaftsanlagen und Dienstleistungen an.

  • Versicherungen: Obwohl in Italien nicht gesetzlich vorgeschrieben, sind Gebäude- und Haftpflichtversicherungen dringend zu empfehlen, um Ihr Eigentum und Sie selbst im Schadensfall abzusichern.

Eine realistische Kalkulation, die all diese Faktoren berücksichtigt, ist der Schlüssel, um den Traum vom Haus in Italien finanziell sicher zu gestalten.

Kosten und Steuern beim Immobilienkauf in Italien realistisch kalkulieren
Kosten und Steuern beim Immobilienkauf in Italien realistisch kalkulieren